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978-3-608-50355-5
Titel
Kunst hassen
Untertitel
Eine enttäuschte Liebe
Kurzbeschreibung

„Wer Kunst liebt, darf Kunst hassen“ (Umschlag 4) bildet das Credo des kleinen Büchleins, das Nicole Zepter als grundlegende „Kritik an dem Kunstsystem an sich“ (S. 15) konzipiert hat. Dabei greift sie vieles auf: die eigene Begrifflichkeit des Kunstbetriebs, die gegenseitige Interessenvermischung von Kuratoren, Kunsthändlern, Kunsthistorikern und Künstlern selbst (vgl. S. 15), die Kommerzialisierung von Ausstellungen und Kunstwerken (vgl. S. 18) sowie das Merchandising, die Sprachlosigkeit der Kunstschaffenden und die Orientierungslosigkeit der Betrachter von Kunst (vgl. S. 25), um nur einige Beispiele zu nennen. Liebe und Hass sind die von ihr gesetzten Antipoden; auf die eine Seite setzt sie „sinnliche und intellektuelle Auseinandersetzung“ wie auch „ästhetische Erfahrung“ (S. 26), den Gegensatz bildet die Kanonisierung der Kunst „von wenigen Einflussreichen“ (S. 26), den es zurückzudrängen gilt. Denn Zepters erklärtes Ziel ist es, über Kunst über Gesellschafts- und Bildungsgrenzen hinweg zu reden und Distanz zur Kunst abzubauen (vgl. etwa sinngleich S. 29). …

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978-3-412-50209-6
Titel
Leonid Breschnew
Untertitel
Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins. Eine Biographie
Kurzbeschreibung

Sowjetische Machtlenker haben besonderen Touch: sie sind geheimnisumwittert, bäuerlich-brutal oder sympathisch-reformistisch. Ihre Affinität zu Deutschland und den Deutschen ist vielfältig dokumentiert. Ihre Lebensläufe sind weit weniger bekannt. So sind deutschsprachige Biographien über Leonid Breschnew (1906-1982), der am zweitlängsten die Sowjetunion regierte, überschaubar geblieben. Susanne Schattenberg, Osteuropahistorikerin an der Universität Bremen, schließt mit Leonid Breschnew, Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins eine Lücke.

Das Leben Breschnews, ein Spannungsfeld „zwischen der Virilität der frühen Jahre und dem körperlichen Verfall seit 1975“ (S. 11), war lange nicht zu schreiben, Breschnew blieb ein Mann ohne Biographie. …

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978-3-406-71513-6
Titel
Deutsche Geschichte
Untertitel
Kurzbeschreibung

Zusammenhänge zwischen politischer, sozialer und geistiger Entwicklung der deutschen Geschichte kurz und prägnant zu beschreiben, ist eine Kunst. Die Deutsche Geschichte des Historikers Andreas Fahrmeir aus der Reihe C.H.Beck Wissen unternimmt einen Versuch.

Zur Römerzeit besaß die Region, die später einmal „Deutschland“ heißen würde, die „bescheidene Infrastruktur einer Subsistenzgesellschaft“ (S. 11), die sich im Hochmittelalter „in geistliche und weltliche, ländliche und städtische“ Herrschaftsformen weiterentwickelte (S. 16). Das Geflecht aus Grafschaften, Reichsstädten und geistlichen Gebieten blieb dabei lange ein loser Reichsverbund mit sich ändernden Grenzen. Das explizit „deutsche“ am „Heiligen Römischen Reich“ kündigte sich zum Ende des 15. Jahrhunderts an. …

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978-3-86153-961-2
Titel
Fake News machen Geschichte
Untertitel
Gerüchte und Falschmeldungen im 20. und 21. Jahrhundert
Kurzbeschreibung

Vor allem mit dem Amtsantritt von Donald Trump in den USA wurden ‚Fake News‘ und ‚Alternative Facts‘ zu einem viel diskutierten Thema. Je mehr ‚Fake News‘ im Umlauf sind, desto mehr wächst das Verlangen danach, sie entlarven zu können und sich vor ihnen zu schützen. Das nahmen die beiden Autoren Keil (seit 2001 Redakteur im Ressort Innenpolitik der Mediengruppe WELTN24) und Kellerhof (seit 2003 Leitender Redakteur der Mediengruppe WELTN24 und für die Zeit- und Kulturgeschichte verantwortlich) zum Anlass, sich verschiedene ‚Fake News‘ seit 1933 genauer anzuschauen, und zu untersuchen, auf welche Weise sie den Lauf der Geschichte beeinflusst haben. Dass ‚Fake News‘ kein neues Phänomen sind, wird durch den historischen Querschnitt verdeutlicht. …

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978-3-86331-397-5
Titel
Im guten Einvernehmen
Untertitel
Die Stadt Oranienburg und die Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen 1933-1945
Kurzbeschreibung

Mit Frédéric Bonnesoeurs schlanker Studie zur Beziehungsgeschichte der Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen zur Stadt Oranienburg liegt eine weitere Arbeit zu Konzentrationslagern und ihrer Umgebung vor. Sie basiert, wie schon bei Sybille Steinbachers Pionierstudie zu Dachau, allem Anschein nach auf der Abschlussarbeit des Verfassers.

Auf der Grundlage der nicht sehr umfangreich überlieferten Akten der KZ-Verwaltung selbst, von Presseartikeln aus dem In- und Ausland, zahlreichen Archivbeständen lokaler Institutionen und Akteure sowie von Erinnerungsberichten leuchtet Bonnesoeur das Thema umfassend aus. …

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978-3-7001-8139-2
Titel
Bewältigte Vergangenheit?
Untertitel
Die nationale und internationale Historiographie zum Untergang der Habsburgermonarchie als ideelle Grundlage für die Neuordnung Europas. Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Bd. XII.
Kurzbeschreibung

Der vorliegende Beitragsband, hervorgegangen aus einem Wiener Symposion 2014, nimmt sich einerseits inhaltlich des „kurze[n] oder lange[n]“ „Schlussstrichs“ an, „den die ‚Nachfolgestaaten’ und die ‚Siegerstaaten’ 1918“ zum Ende der Habsburgermonarchie gezogen haben, will andererseits „gleichsam den ‚Schlussstrich’ der Reihe ‚Die Habsburgermonarchie 1848-1918’ [bilden]“ (Vorwort). Als Projekt der seit 1973 bestehenden Reihe der „Österreichischen Akademie der Wissenschaften“ versteht sich die Intention einer prinzipiellen würdigenden Anerkennung u.a. von Österreichs staatlichem Vorläufer von selbst, …

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978-3-86331-375-3
Titel
Am Rande des Lebens
Untertitel
Erinnerungen eines Häftlings der nazionalsozialistischen Konzentrationslager
Kurzbeschreibung

Der Mord an sowjetischen Kriegsgefangenen in den Lagern der Wehrmacht, in den Konzentrationslagern und durch Erschießungen ist eines der größten Massenverbrechen des Nationalsozialismus. Gleichwohl ist es noch immer ein Stiefkind der zeithistorischen Forschung. Auch Zeugnisliteratur zu diesem Themenfeld ist rar gesät. Die Erinnerungen eines jüdischen Offiziers der Roten Armee, der in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten ist, kommt dabei schon fast einem Wunder gleich.

Um ein solches Wunder handelt es sich bei den Erinnerungen von Moisej Beniaminowitsch Temkin, die Reinhard Otto herausgegeben und mit Hilfe vieler Weiterer kenntnisreich kommentiert hat. …

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978-3-10-397249-8
Titel
Als die Zeit stillstand
Untertitel
Tagebuch 1940-1944
Kurzbeschreibung

In den vergangenen Jahren hat der französische Schriftsteller Léon Werth eine kleine Renaissance und Neuentdeckung in Deutschland erfahren. 2016 war nach zwanzig Jahren wieder sein eindringlicher Bericht von der Flucht vor der einmarschierenden Deutschen von Paris nach Südfrankreich auf Deutsch erhältlich. Darin hatte er eindrücklich von den Flüchtlingsmassen, die sich zwischen der in Auflösung befindlichen französischen Armee auf den Landstraßen gen Süden drängten.

Wer sich seinerzeit die Frage gestellt hat, wie es mit diesem aufmerksamen und sprachgewaltigen Beobachter seiner Zeit weitergegangen ist, kann die Antwort darauf nun in einem in mehrfachem Sinne schwergewichtigen Buch finden. …

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978-3-412-50372-7
Titel
Wappen
Untertitel
Handbuch der Heraldik. Als "Wappenfibel" begründet von Adolf Matthias Hildebrandt, zuletzt weitergeführt von Jürgen Arndt
Kurzbeschreibung

Die Heraldik wird in dem vorliegenden Werk umfangreich und auch in seinen Verzweigungen zu benachbarten Forschungsdisziplinen ebenso bündig wie verständlich dargelegt. Die Inhalte beruhen auf einem im Untertitel angegebenen Vorläufer, der ‚Wappenfibel’ von 1887. Die Bearbeiter, die selbst dem „HEROLDs-Ausschuss für die Deutsche Wappenrolle (DWR)“ angehören, belassen diese in weiten Teilen unverändert, nehmen aber behutsam Veränderungen im Dienste von Verständlichkeit und Anwendbarkeit vor. Dies betrifft vor allem die klare Gliederung der Teile „Wappenkunde“, „Wappenkunst“ sowie „Wappengebrauch“, unter Beachtung des Wappenrechts“ (S. 9). …

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978-3-8253-6274-4
Titel
Ding und Mensch in der Antike
Untertitel
Gegenwart und Vergegenwärtigung
Kurzbeschreibung

Das Verhältnis zwischen „Mensch“ und „Ding“ scheint für die antike Welt durch Platon klar definiert: Dinge sind Objekte der Wahrnehmung durch den Menschen und daher zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich betrachtet. Ihnen stehen die unvergänglichen, ewigen „Ideen“ gegenüber, die zwar in den Dingen als ihren Abbilder enthalten sind, dennoch – so Platon – existieren sie unabhängig von der Wahrnehmung in der Welt, die aus vergänglichem Material geschaffen ist und vergehen wird. Diese Ideen sind in der Wahrnehmung nicht greifbar, aber doch für den Menschen das anzustrebende Ideal. Werden Dinge nach nicht wahrnehmbaren, sondern durch das Denken beeinflusste Rahmenbedingungen sortiert, nähert sich der Mensch diesen Idealen an, ohne sie jedoch jemals zu erreichen. …