Suche eingrenzen

Gesamtansicht Rezensionen

1302
Bild
978-3-7861-2607-2
Titel
Vom Nachleben der Kardinäle
Untertitel
Römische Kardinalsgräber der Frühen Neuzeit
Kurzbeschreibung

Mit dem Forschungsprojekt „Requiem“ (http://requiem-projekt.de/, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/REQUIEM-Projekt), der dazugehörigen Datenbank sowie den daraus resultierenden Tagungsbänden und Einzelstudien haben Arne Karsten und Philipp Zitzlsperger, die beide zugleich Herausgeber des hier anzuzeigenden Buches sind, einen bemerkenswerten Bild- und Textfundus geschaffen, der auch Grundlage für die Beiträge in Vom Nachleben der Kardinäle ist. Dieser Band ist als Zwischenstand der bisherigen Forschungsarbeit angelegt - zumal Zitzlsperger seinen Beitrag (S. 23-65, „Requiem - Die römischen Papst- und Kardinalsgräber der Frühen Neuzeit. Ergebnisse, Theorien und Ausblicke des Forschungsprojektes“) eigens so überschrieben hat. …

Bild
978-3-7861-2787-1
Titel
Altägyptische Architektur und ihre Rezeption in der Moderne
Untertitel
Architektur in Deutschland 1900-1933
Kurzbeschreibung

Maxi Schreiber hat mir ihrer Dissertation Altägyptische Architektur und ihre Rezeption in der Moderne eine umfangreich recherchierte Analyse zur Verwendung altägyptischer Bauformen in Bauten, die zwischen 1900 bis 1933 in Deutschland entstanden, vorgelegt. Ihre Forschungsergebnisse hat sie hierfür in drei Hauptteile aufgetrennt: 1. eine kulturgeschichtliche Betrachtung auf Bauwerke und Denkmäler, die altägyptische Elemente aus der Grab- und Tempelarchitektur des alten Ägypten imitieren (S. 20-57); 2. Darstellung und allgemeine Bewertung altägyptischer Kunst und Architektur in Kunstgeschichte sowie Architekturtheorie, weiterführend das alte Ägypten als Thema der Bauforschung und Architekturkritik nebst ausgewählten Reiseberichten des Architekten Julius Meier-Graefe sowie des Architekturkritikers Werner Gegemann …

Bild
978-3-534-27031-6
Titel
WBG Weltgeschichte
Untertitel
Eine globale Geschichte von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert. Dreibändige Sonderausgabe der sechsbändigen, 2. durchgesehenen Auflage 2015.
Kurzbeschreibung

Vor nunmehr zehn Jahren initiierte die Wissenschaftliche Buchgesellschaft die Reihe WBG Weltgeschichte in sechs Bänden. Nach einer Durchsicht 2015 liegt nun diese zweite, verbesserte Auflage in insgesamt drei Sammelwerken neu zusammengestellt vor. Ausgabe 1 beschäftigt sich mit dem Beginn der Zivilisationen bis 600 n. Chr.; der zweite Teil greift die Zeiten zwischen 600 bis 1800 auf, und der dritte Band …

Bild
978-3-8260-5216-3
Titel
Odysseus’ Heimkehr?
Untertitel
Medien und Mythos im Film. Reihe Film – Medium – Diskurs 47
Kurzbeschreibung

Kern von Benedikt Steierers Buch Odysseus’ Heimkehr? ist die Unterscheidung von Medium und Form. Seine Arbeit ist im mediendefinitorischen Diskurs angesiedelt, in der der Untersuchungsgegenstand des Odysseus-Motivs nicht hauptsächlich in seiner filmgeschichtlichen Entwicklung nacherzählt wird (vgl. S. 70), sondern es werden anhand des Stoffes eine Vielzahl an Facetten medientheoretischer Blickpunkte aufgegriffen, abgehandelt und bewertet. Ein Drittel der Untersuchung verwendet Steierer darauf, dem Leser die Voraussetzungen und Konzepte medialer Auseinandersetzung gut verständlich und tiefgehend, allerdings auch stark selektiv vorzustellen (S. 14-71). Der von ihm gespannte Bogen berührt Niklas Luhmanns Medien-Form-Unterscheidung (S. 30-35), streift Joachim Paechs Intermedialitätsbegriff (S. 36-40) und endet bei dem Mythosbezug des homerischen Erzählstoffes (S. 55-68) durch Joachim Latacz und Aleida Assmann. …

Bild
978-3-8270-1362-0
Titel
Franziska zu Reventlow
Untertitel
Eine Biografie
Kurzbeschreibung

Walter Fritz nannte sie einen „Gladiator der neuen Zeit.“ Rainer Maria Rilke, einer ihrer zahlreichen Freunde und Bewunderer, erklärte: „Ich finde, daß ihr Leben eins von denen ist, die erzählt werden müssen.“ Und Leonhard Frank, Würzburger Schriftsteller, den es für einige Jahre nach München verschlug, beschreibt in seiner romanhaften Autobiographie „Links wo das Herz ist“ die literarische „Szene“ um das Café Stephanie und den legendären Kellner Arthur, der auch verarmten Möchtegern-Künstlern und verkrachten Existenzen einen Kaffee spendierte, und die „Entourage“ „dieses Boheme-Cafés, wo die Schablonen des Lebens gründlich zerstört und beseitigt wurden“: „Die verarmte Gräfin Reventlow, klein, schmal und noch elegant gekleidet, die später ein heiteres Buch über ihre Liebeserlebnisse veröffentlichte, trat ein und winkte. Sie hatte nach dem Sturz in die Armut ihre Heimat in der Boheme gefunden und lächelte seither ruhig ihr: Komme, was kommt.“ …

Bild
978-3-406-73719-0
Titel
Marc Aurel
Untertitel
Der Kaiser und seine Welt
Kurzbeschreibung

Kein römischer Kaiser ist umfangreicher dokumentiert als Marc Aurel (121-180). Alexander Demandts Marc Aurel. Der Kaiser und seine Welt nimmt sich vor, in zehn Kapiteln, die sich jeweils aus 26 Kurzbeiträgen zusammensetzen, Herrscherporträt mit Zeitgeschehen zu verbinden.

Noch zur Zeit des Marc Aurel ist das geografische Übermaß Roms augenfällig, wie Demandt im Vorsatzblatt mit Kartenmaterial dokumentiert. Mit dem stoischen Herrscher endet das Adoptivkaisertum und die Ära der Pax Romana. Zum Aufwärmen wird Wissenswertes zu Kaiserkult und innerer Verfassung Roms seit den Tagen des Augustus geboten (S. 13-44), anschließend zu Schriftquellen und Denkmälern, die zu Marc Aurel überliefert sind (S. 45-91). …

Bild
978-3-8275-0020-5
Titel
David Ben Gurion
Untertitel
Ein Staat um jeden Preis
Kurzbeschreibung

Er ist, laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung, „der klügste Historiker Israels und auch noch einer der besten Erzähler.“ Bei uns wurde er zuerst durch „Die siebte Million“ bekannt (1995; 1991 Jerusalem; 1993 New York), einer dezidierten Abrechnung mit „Israels Politik der Erinnerung“, so der Untertitel. Es geht um den Umgang des Judenstaates mit der Shoah: Die Hoffung der Überlebenden auf Erlösung aus dem Grauen des Massenmords richtete sich auf das Gelobte Land, auf Palästina und die dort lebenden Juden. Ihre Hoffnung wurde getäuscht. Statt auf Mitgefühl und Solidarität stießen sie auf Verdächtigungen, statt auf Interesse auf eisiges Schweigen: Wie die Lämmer seien sie zur Schlachtbank gegangen, statt im Widerstand kämpfend zu sterben, lautete der Vorwurf. Passiv, ohne Widerstand hätten die Juden in der Diaspora ihr Schicksal verdient. Wer aber überlebte, sei schuldig geworden, …

Bild
978-3-503-17747-9
Titel
Denkstile in der deutschen Sprachwissenschaft
Untertitel
Bausteine einer Fachgeschichte aus dem Blickwinkel der Wissenschaftstheorie Ludwik Flecks. Philologische Studien und Quellen 265
Kurzbeschreibung

Im Jahr 1935 veröffentlichte der damals noch wenig bekannte Lemberger Arzt und Mikrobiologe Ludwik Fleck (1896–1961) sein Buch mit dem Titel „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache: Eine Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv“, in dem er seine grundlegenden wissenschaftsphilosophischen und erkenntnistheoretischen Ideen dargelegte. Trotz einiger sehr positiver Kritiken fand das Werk Flecks zunächst nur einen geringen Leserkreis. Die spätere Rezeption seiner Gedanken, maßgeblich angestoßen durch das Buch des Wissenschaftsphilosophen Thomas Kuhn „The Structure of Scientific Revolutions“ (1962), ermöglichte interdisziplinäre wissenschaftliche Diskussionen weltweit. …

Bild
978-3-608-50355-5
Titel
Kunst hassen
Untertitel
Eine enttäuschte Liebe
Kurzbeschreibung

„Wer Kunst liebt, darf Kunst hassen“ (Umschlag 4) bildet das Credo des kleinen Büchleins, das Nicole Zepter als grundlegende „Kritik an dem Kunstsystem an sich“ (S. 15) konzipiert hat. Dabei greift sie vieles auf: die eigene Begrifflichkeit des Kunstbetriebs, die gegenseitige Interessenvermischung von Kuratoren, Kunsthändlern, Kunsthistorikern und Künstlern selbst (vgl. S. 15), die Kommerzialisierung von Ausstellungen und Kunstwerken (vgl. S. 18) sowie das Merchandising, die Sprachlosigkeit der Kunstschaffenden und die Orientierungslosigkeit der Betrachter von Kunst (vgl. S. 25), um nur einige Beispiele zu nennen. Liebe und Hass sind die von ihr gesetzten Antipoden; auf die eine Seite setzt sie „sinnliche und intellektuelle Auseinandersetzung“ wie auch „ästhetische Erfahrung“ (S. 26), den Gegensatz bildet die Kanonisierung der Kunst „von wenigen Einflussreichen“ (S. 26), den es zurückzudrängen gilt. Denn Zepters erklärtes Ziel ist es, über Kunst über Gesellschafts- und Bildungsgrenzen hinweg zu reden und Distanz zur Kunst abzubauen (vgl. etwa sinngleich S. 29). …

Bild
978-3-412-50209-6
Titel
Leonid Breschnew
Untertitel
Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins. Eine Biographie
Kurzbeschreibung

Sowjetische Machtlenker haben besonderen Touch: sie sind geheimnisumwittert, bäuerlich-brutal oder sympathisch-reformistisch. Ihre Affinität zu Deutschland und den Deutschen ist vielfältig dokumentiert. Ihre Lebensläufe sind weit weniger bekannt. So sind deutschsprachige Biographien über Leonid Breschnew (1906-1982), der am zweitlängsten die Sowjetunion regierte, überschaubar geblieben. Susanne Schattenberg, Osteuropahistorikerin an der Universität Bremen, schließt mit Leonid Breschnew, Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins eine Lücke.

Das Leben Breschnews, ein Spannungsfeld „zwischen der Virilität der frühen Jahre und dem körperlichen Verfall seit 1975“ (S. 11), war lange nicht zu schreiben, Breschnew blieb ein Mann ohne Biographie. …