Titel
Wörterbuch Archäologie
Rezension

Ein-Blick in die Welt der Archäologie

Der Inhalt der CD-ROM fußt ausschließlich auf der Buchausgabe des dtv vom Juli 1997. Aufgenommen sind bekannte archäologische Stätten, Dynasten, bedeutende Archäologen und archäologische Fachbegriffe. Topographisch erfaßt sind Europa und alle Mittelmeerkulturen einschließlich Persien. Ehemals 528 Seiten mit 165 Zeichnungen, Karten und Tafeln sind auf dem digitalen Medium abruf- und benutzbar.

Die Umsetzung der Buchfassung ist vorbildlich: Nachzuschlagen ist einerseits unter den Lemmata, andererseits unter Stichwörtern, die z.B. alternative Schreibungen berücksichtigen; mit einer speziellen Suchmaske lassen sich zu einem bestimmten Begriff alle Artikel zusammenstellen: Schliemann findet sich z.B. in „Akropolis, Athen“, „Dörpfeld, Wilhelm“, „Knossos“, „Mykene“, „Schliemann, Heinrich“, „Tiryns“ und „Troja“. Die rund 850 Einträge der Buchausgabe lassen sich so sehr viel zielgenauer und detaillierter durchforsten. Dies ist umso wichtiger, da (wie bei allen vorherigen Bänden der Digitalen Bibliothek auch) eine redaktionelle Überarbeitung der CD-ROM gegenüber ihrer Druckausgabe ausgeblieben ist. Mit dem Ergebnis, daß Fehler oder, wie im Buch von Gorys sehr häufig, fehlende Verweise übernommen worden sind: Diadochen sind mit einem eigenen Lemma eingetragen, bei „Antiocheia am Orentes“, „Pergamon“ oder „Ptolemäer“ sucht man einen Verweis darauf jedoch vergebens; bei „Leochares“ fehlt jeder Hinweis zu seinen im Buch eingetragenen Bildhauerkollegenen oder bei „Edfu“ eine Verbindung zu „Mammisi“. Dies sind leider keine Einzelfälle. Ärgerlich sind ferner fehlerhafte Literaturangaben (z.B. „Horing“ statt „Hoving“), wo dann auch das beigegebene Suchbegriffsprogramm der Digitalen Bibliothek Version 3.62 machtlos ist, zu rechten Ergebnissen zu kommen. Einige unscharfe Definitionen wie z.B. bei dem bereits erwähnten „Mammisi“ als „Geburtshaus vor einem ägyptischen Haupttempel“, der aber nur bei Tempeln der 30. Dynastie und ptolemäisch-griechischen Zeit anzutreffen ist (nach Gorys hätte es „spätägyptischen Haupttempel“ heißen müssen) scheinen bei einer weiteren Überarbeitung vermeidbar gewesen zu sein.

Da Druck- und Digitalversion kostengleich sind, geht die Empfehlung eindeutig zugunsten der CD-ROM aus.

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