Titel
Historische Gestalten der Antike
Untertitel
Rezeption in Literatur, Kunst und Musik
Rezension

Mit einem weiteren Supplementband zum Neuen Pauly ergänzen Peter von Möllendorf, Annette Simonis und Linda Simonis das große altertumskundliche Geschichtswerk. Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik sind Thema des achten Zusatzes zu der von Manfred Landfester und Helmuth Schneider verantwortlich herausgegebenen Großenzyklopädie. Inhaltlich schließt er an die Mythenrezeption an, die Maria Moog-Grünewald 2008 als Herausgeberin vorgelegt hatte (http://www.wla-online.de/katalogdetail/items/2695.html). Jener achte Band beginnt eine zweite Staffel von Ergänzungen zum Nachschlagewerk, die bis Band 14 reichen wird. Ebenso wie der Rezeptionsband zu den antiken Mythen stehen Literatur, Kunst und Musik im Fokus der Betrachtung; diese Disziplinen können des öfteren um den Bereich „Film“ erweitert werden, wie z. B. bei den Einträgen „Kleopatra“ oder „Nero“, sowie um geschichtswissenschaftliche oder politische Auseinandersetzungen mit einzelnen Themen. Die 96 Einträge im Supplementband folgen dem Muster „deutscher Name der historischen Person bzw. Personengruppe“, die „Historische Dimension“, die Rezeption in der Antike, in Spätantike und Mittelalter sowie in der Neuzeit. Je nach Medien der verschiedenen Epochen gibt es die Bereiche Literatur, bildende Künste, ggf. Numismatik, Musik und teilweise Film und anderer Untergruppierungen. Besonders ausdifferenziert sind z. B. die Einträge unter „Alexander“, dessen Überlieferungsstränge mit der westlich-europäischen, der byzantinisch-slawischen, der christlich-orientalischen und islamischen sowie der hebräischen Ausprägung viel Material bieten. Sämtliche Artikel sind über Querverweise mit anderen Einträgen im gleichen Band vernetzt, und ebenso wie in der Mythenrezeption sind die antiken Quellen unmittelbar als Beleg in den Fließtext gesetzt. Die Bebilderung ist zurückhaltend; gewünscht wäre eine weitere Streuung der Bildbelege über die verschiedenen Zeiten hinweg, wie dies etwa der Eintrag „Euripides“ (S. 439-451) für den Leser bereithält.

Wie die Herausgeber selbst im Vorwort erläutern, hat dem Supplementband das Lexikon der antiken Gestalten (1995) in Teilen Vorbild gestanden, ein Umstand, der sich nachhaltig positiv auf seine Konzeption ausgewirkt hat. Die christliche Antike hat lediglich mit Einträgen zu „Augustinus“ (S. 139-150), „Julian“ (S. 541-549), „Konstantin“ (S. 577-587), „Paulus“ (S. 735-750) und „Theoderich“ (S. 978-987) Berücksichtigung gefunden.

Die bereits bei anderen Bänden der Supplementreihe hervorgehobene Übersichtlichkeit ist selbstverständlich auch diesem anzuzeigenden Band eigen. Die Historischen Gestalten verfügen über ein generelles Personenregister, welches sowohl die Namen der „antiken Personen und Gestalten“ enthält als auch die „von nachantiken Rezipient/innen“ (S. 1098-1183); von der Standardform abweichende Schreibformen sind erfreulicherweise mit Querverweis verlinkt. Als Fazit ist festzuhalten, dass auch dieser Ergänzungsband zu der erfolgreichen althistorischen Reihe an die hohe Qualität seiner Vorgänger anknüpfen kann. Lediglich der hohe Preis schreckt den Individualkäufer ab.

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