Titel
Filmgenres
Untertitel
Horrorfilm
Rezension

Unsaubere Recherche, schwerfälliger Schreibstil, uninteressante Themen ' es gibt so manches, was einem Leser das Gruseln lehrt. Im vorliegenden Band ist es nur (und ausschließlich) das eigentliche Thema: der Horrorfilm!
Wer dieses Buch in die Hand nimmt, wird es so rasch nicht wieder weglegen wollen ' ganz gleich, ob man dem Thema etwas abgewinnen kann oder nicht. Ursula Vossen, Herausgeberin des Bändchens in der Reihe 'Filmgenres', hat 26 inspirierende Autoren zur Seite, die eingängig, mitreißend und durchweg kompetent Artikel zu 60 Filmen verfaßt haben. Übersichtlich gestaltet, werden stets deutscher Titel, Produktionstitel, -jahr, und -land, Lauflänge, Regie (R), Drehbuch (B), Kamera (K), Musik (M) und Darsteller (D) angegeben (Produzenten sind meist im folgenden Kommentar erwähnt). Der daran anschließende Textteil schildert die Handlung, stellt das vorgestellte Werk in sein filmisch-inhaltliches, künstlerisches und sozio-kulturelles Umfeld, verweist auf parallele Produktionen und birgt nebenher vielerei Überraschungen, die man (hier: Rezensent) dem Buch des Titels und Umfangs wegen gar nicht zugetraut hätte: a) die Aktualität, denn das Jahr der Drucklegung (2004) ist voll berücksichtigt; b) die kongeniale Verknüpfung der einzelnen Beiträge zum übergreifenden Genre; c) die Berücksichtigung komplexer Phänomene wie z.B. Tod und Sexualität oder Gruselgestalten in Kindergeschichten; d) ausführliche Essays über Schrecken, Ekel, Gewalt etc. innerhalb der detailreichen Filmbesprechungen; e) einführende und ausführliche Literaturhinweise zu den einzelnen Filmen, dem Genre und den Phänomenen.
Die immer wiederkehrenden Rückbezüge zur ausführlichen und äußerst lesenswerten Einleitung (S. 9-27) wie auch zu den Beschreibungen thematisch verwandter Filme, formen trotz der zahlreichen Verfasser und der behandelten Kinoproduktionen zu einer einzigen Leseeinheit; zumal die Auswahl der im Band vorgestellten Horrorfilme vorzüglich ist: jedes Subgenre ist mit den Meisterwerken seines Faches vertreten, ausgehend von dem Stummfilmklassiker Das Cabinet des Dr. Caligari, der zu Recht als 'Begründer des klassischen Horrorfilms' (S. 32) aufgenommen worden ist. Szenen- und Standfotos sind in die Texte eingestreut und werten das Buch zudem noch grafisch auf. Ein in jeder Hinsicht vorbildliches und wegweisendes Buch, an dem rein gar nichts hätte besser gemacht werden können!

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