Titel
Lexikon der theologischen Werke
Rezension

Viele Köche müssen den Brei nicht verderben; hier schreiben mehr als 250 theologisch ausgewiesene, meist universitär wissenschaftlich arbeitende Experten. Sie informieren hochkompetent über die bekanntesten, dann auch wirkungsgeschichtlich bedeutsamsten Werke der Theologie, insgesamt über eintausend Titel: vom Frühen Christentum an bis zur Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf der römisch-katholischen und wie zu erwarten der protestantischen Theologie und zwar in Europa: von Augustinus über Luther bis hin zu Rudolf Bultmann und Hans Küng. Die einzelnen, durchaus kurzen Artikel enthalten eine präzise Charakterisierung des Aufbaus und der zentralen Gedanken eines Werkes sowie Hinweise auf seine Wirkungsgeschichte.
Leser können, den Band durchwandernd, einen Eindruck von der abendländischen Theologie gewinnen, der sonst, in vorhandenen Werklexika, nicht möglich ist, weil dort andere, literarische und philosophische Schwerpunkte gesetzt sind. Die übliche Kritik an Lexika: daß Vieles fehle, könnte hier modifiziert werden. Theologie wird thematisch eng gefaßt: man findet Feuerbach nicht, Freud oder auch Max Weber; dafür aber Friedrich Schlegel: vielleicht weil er in seinen älteren Tagen, nach einem wilden Beginn, recht fromm wurde (denn die behandelten Werke begründen nicht notwendig seine Aufnahme). Man hätte wohl auch da und dort eine außereuropäische, z.B. südamerikanische Arbeit, schon aus einer globalen Höflichkeit heraus, aufnehmen können.
Jedenfalls ein Werk, das im Handapparat praktizierender Theologen, Lehrer und Pfarrer, aber auch bei theologisch interessierten Laien im Bibellesekreis, sehr nützlich werden kann.

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